Müssen, Sollen

Wie oft wir diese zwei Worte lesen, hören oder auch sagen, ist eigentlich richtig krass! In Internetplattformen und für verschiedenste Werbezwecke werden diese Worte oft verwendet, um u.a. Klienten oder Kunden zu bekommen. Doch allzu oft wird damit genau das Gegenteil erreicht. Keiner von uns hört es gerne, dass er etwas machen, buchen, kaufen oder sonstiges muss, um zum Beispiel erfolgreicher, glücklicher, selbstständiger, beliebter oder gesünder zu werden.
Auch wirkt „ein Angebot“ – sei es jetzt ein Produkt, eine Aus-oder Weiterbildung, ein Gegenstand, eine Sache, eine Empfehlung, eine Anleitung, eine Aufgabe und vieles mehr – bei bzw. auf jeden Menschen verschieden!
Wie, kann jedoch „ein Anbieter“ vorab absolut nicht wissen!

Der Mensch entscheidet mit seiner Einstellung, bzw. seiner Vorstellung, seinem Verhalten, seiner Bereitschaft gegenüber Neuem oder Veränderung, seiner Meinung, seinem Umgang und seinem Gefühl ob ein Angebot für ihn nützlich und hilfreich sein wird!
Das bedeutet, was für einen Menschen sehr gut sein kann, kann gleichzeitig wiederrum für einen anderen Menschen gar nichts bringen. Wenn dieser auch noch durch die Worte „muss oder soll“ beworben wurde, wird er in Zukunft dem Anbieter nicht mehr sehr viel Vertrauen schenken.

Warum glauben Leute überhaupt, dass sie mit einer zusätzlichen Betonung (sie müssen, sie sollen) erfolgreicher sind? Ehrlich gesagt, mich stoßen diese zwei Worte immer wieder ab. Wenn ich eines davon lese oder höre, hat zugleich der gesamte Inhalt für mich einen fragwürdigen Tatsch bekommen. Da es jedoch viele Menschen gibt, die ihre eigenen Bedürfnisse nur wenig kennen, kann die Verwendung der Wörter leider den ein oder anderen noch sehr verunsichern. Diejenigen, die ihr Selbstbild gut wahrnehmen und auch schätzen, lassen sich mit einem „muss“ oder „soll“ ganz bestimmt nicht mehr beeindrucken.
Hauptsächlich werden die Worte auch verwendet um mit einem gewissen Nachdruck die Wichtigkeit „des Angebots“ hervorzuheben. Genau da stellt sich jedoch für mich die Frage, warum das aus der Sicht des Anbieters denn überhaupt notwendig ist? Mangelt es da vielleicht mehr an der eigenen Überzeugung vom Produkt?

Leider verwenden wir auch in der Kommunikation untereinander, oder mit sich selbst, immer wieder einmal ein muss oder soll: „Ich (Du) muss/soll (musst/sollst) noch dieses und jenes machen, planen, zulassen, bedenken, erledigen, organisieren, schaffen, probieren, arbeiten, denken, versuchen,..“ Gleichfalls wundern wir uns, warum wir anschließend für diese Dinge sehr wenig Motivation aufbringen können, oder weshalb der Gesprächspartner danach nicht mehr sehr erfreut wirkt!

Ein Tipp: Statt müssen oder sollen einfach mal die Worte – entscheiden/ können/ dürfen– verwenden.
Hier ein paar Beispiele:
Ich habe mich entschieden (das) nun zu tun!
Du kannst ja einmal was anderes ausprobieren!
Ich kann das bestimmt schaffen!
Ich darf es zulassen.
Du hast dich für dieses Projekt entschieden.
Klingt doch gleich viel besser, ungezwungener und vor allem auch eigenständiger! Was das bringt? Ich bin mir sicher, das stellen Sie sehr schnell selber fest und vermutlich werden Sie auch überrascht sein, was sich damit im Umgang noch alles ändert! 🙂

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